Freitag, 27. Mai 2011

kognitive Analphabeten?

Der Innovator und Erfinder von StadtLesen Sebstian Mettler hat uns in einem Gespräch verraten, was Lesen für ihn bedeutet und wie es mit dem schon tausende Jahre alten Medium Buch in Zukunft weitergehen wird, kann, soll oder nicht soll. Für uns durchaus einen Beitrag wert. Aber lest selbst ... 


Wenn wir mit StadtLesen als Kunst- und Kulturprojekt auf Österreichs schönste Plätze gehen und öffentlichen Raum im Sinne eines Lesewohnzimmers bespielen geschieht das nicht zum Selbstzweck. Lesen als Kulturtechnik wird, zumindest im Bereich des Buchlesens eine vollkommen neue, zusätzliche Funktion bekommen. Wir leben in einer Welt der schnellen Schnitte – und haben diese in weiten Teilen konditioniert. Das führt zu Konzentrationsdefiziten, zu Nervosität zu Burnout. Ein Buch zu lesen bedingt, sich über einen längeren Zeitraum auf ein Medium zu konzentrieren – anders funktioniert es nicht. Das wiederum bringt Ruhe und ein Spiel der Kreativität in den Geist. Das logische Ergebnis: Buchlesende Menschen sind kreativere Menschen, buchlesende Menschen sind glücklichere Menschen. Menschen die auf Dauer der Schnellschnittigkeit frönen verkümmern zu kognitiven Analphabeten. Wenn ein Konzernchef nicht mehr in der Lage ist, sich länger als zwei Buchseiten zu konzentrieren, wird er nicht in der Lage sein, seine eigene Bilanz zu lesen. Die Folgen sind: Nicht der Schnelle wird den Langsamen fressen, sondern der Buchleser den Nichtleser!

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